Fahnenschwenken

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Es hat zu allen Zeiten Fahnen gegeben.

Dadurch entstand schon im frühen Mittelalter bei den Bruderschaften das Fahnenschwenken.

Alten Berichten zufolge schwenkte am 3. September des Jahres 1408 beim Schützenfest zu Aldekerk, zu dem auch der Herzog von Geldern eingeladen war,Heinrich Schumäkers die Fahne.
Dafür erhielt er vom Herzog eine silberne Tabakdose als Geschenk. Aufzeichnungen über Art und Weise des Fahnenschwenkens der damaligen Zeit existieren offensichtlich nicht.
Es ist lediglich bekannt, dass fast alle Orte mit Stadtrecht zu dieser Zeit Fahnenschwenker hatten.
Die Schwenker waren ausschließlich Angehörige von Handwerksgilden oder -zünften. Es gab keine flächendeckenden Absprachen bezüglich einer bestimmten Handwerksorganisation, welche das Recht zum Fahnenschwenken besitzen sollte.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die verschiedenen Gilden und Zünfte, sowie die Städte unterschiedliche Schwenkarten besaßen. Im Laufe der Jahrhunderte verschwanden die Schwenker in fast allen Städten.
Die Schwenkfahnen des Mittelalters unterschieden sich von den heutigen Fahnen in der Hauptsache darin, dass sie auf Grund ihrer Beschaffenheit so ausgelegt waren, beim Schwenken großen Lärm zu verursachen.
Dadurch sollten Angreifer der Stadt ferngehalten bzw. abgeschreckt werden, wenn sich die Fahnenschwenker bei einem feindlichen Angriff auf die Stadttürme und -tore begaben und mit Elan und Ausdauer oft tagelang ihre Fahnen schwenken.
Irrtümlich wird oftmals behauptet, das Fahnenschwenken sei zur Pestvertreibung bzw. Vertreibung "Böser Geister" durchgeführt worden.

Im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften werden drei Formen des Fahnenschwenkens ausgeübt:

- Fahnenschwenken Niederrheinische Art
- Münsteraner Fahnenschlag
- Fahnenschwenken Rheinische Art

Am Niederrhein hat das Fahnenschwenken von alters her ein Sinnbild:
St. Sebastianus ist an einen Baum gebunden und wird von maurischen Bogenschützen mit Pfeilen fast zu Tode gebracht.
Das Schwenken versinnbildlicht die Fesselung und Entfesselung des St. Sebastianus. Man kann sagen, so alt wie die Bruderschaft ist auch die Tradition des Fahnenschwenkens.
Nur heute sind die Schwenkfahnen kleiner als früher. Ein besonderes Merkmal des Fahnenschwenkens am Niederrhein ist die Begleitung mit dem typischen Fahnenwalzer.

Der Fahnenschlag "Münsterländer Art", wie er heute durch den Landesbezirk Münster dargeboten wird,
beruht auf dem sogenannten "Bäckerschlag" der Bäckergilde der Stadt Münster und stellt die Fesselung des Hl. Sebastianus, dem Schutzpatron aller Schützenbruderschaften dar.
Welchen geschichtlichen Darstellungsgehalt der "Bäckerschlag" beinhaltet, ist leider nicht überliefert.
Durch die zähen Bemühungen einiger weniger aktiver Fahnenschläger gelang es schließlich, den Fahnenschlag "Münsterländer Art" im Historischen Deutschen Schützenbund "salonfähig" zu machen.
Die Fahnenschläger unseres Landesbezirkes erhielten nach langwierigen Verhandlungen mit dem Bundesfahnenschwenkerausschuss die Erlaubnis zur Durchführung von Bezirks-, Landesbezirks-, Diözesan- und Bundesmeisterschaften.

Bei der Rheinischen Art erlaubt die im Vergleich zu den erstgenannten Schwenkarten erheblich kleinere und leichtere Ausführung der Fahne ein anderes Griffrepertoire bis hin zum Werfen der Fahne.

Fahnenschwenker Ausbildung